Atmen uns Spüren
Mitunter werde ich immer wieder gefragt, wie schaffe ich dieses zu tun. Wie kann ich es lernen. Dabei geht es weniger darum etwas neues zu lernen, sondern etwas altes wieder zu zulassen. Es geht darum aus der Identifikation mit dem Geist als das was „ich“ bin heraus zu kommen. Das ist nicht unbedingt leicht, aber das Gute ist, dass es eine einfache Methode gibt. Die Methode ist das Spüren und die beobachtende Wahrnehmung des Resultats. Das geht jederzeit, an jedem Ort, ganz kurz oder länger. Es gibt also keine Ausrede mehr zu „ja eigentlich schon, aber jetzt gerade nicht“ oder „das ist zu schwierig, das muss ich erst einmal richtig lernen“. Denn genau darum geht es, jetzt gerade, was ist jetzt gerade. Wenn wir das wahrnehmen, dann können wir auch darauf reagieren. Sollten wir also realisieren, dass wir verloren gehen sollten wir etwas tun, um uns zurück zu holen; und um nicht wieder verloren zu gehen, sollten wir etwas tun was uns in uns verankert. Beides läuft letztlich auf dasselbe hinaus. Es geht darum einfach zu sein. Da dies für viele jedoch schwierig umzusetzen ist, können wir „das einfache Sein“ auch als Technik definieren und diese bewusst benutzen. Ich sprach kürzlich davon, dass wir uns nicht abhängig machen sollten von dieser oder jener Technik, dass heißt aber nicht, dass Techniken uns nicht helfen und sinnvoll sein können. In diesem Fall geht es darum sich zu spüren. Immer wieder die Aufmerksamkeit auf den Atem und den Körper zu lenken. Wenn wir das machen verlassen wir für einen Moment das Gedankenkonstrukt unserer Welt und sind einfach nur da, spürend und erfahrend. Einen Moment auf eine angenehme Art den Körper zu spüren und auf den Atem zu achten, lässt uns eine tiefere innere Ruhe und diesen angenehmen Zustand des Seins spüren. Dieser Moment des Innehaltens lässt uns uns selbst spüren. So durchbrechen wir unsere Gedankenwelt und mit ihr das haben-wollen oder nicht-haben-wollen, das hadern und zweifeln, grollen und leiden. Wie wir die Sonne warm, klar und leuchtend durch eine aufreißende Wolkendecke strahlend spüren, spüren wir so einen Hauch unseres höheren Selbst. Wenn wir mit dieser inneren Verbindung des einfachen Seins weiter unsere folgenden Handlungen aufnehmen und mit all unseren Sinnen, mit all unserer Hingabe und Liebe ausführen, ist das nichts anderes als Sadhana (spirituelle Praxis).