Körper-Geist-Atem-Komplex
Körper, Geist, Atem und auch die Emotionen sind direkt miteinander verbunden und interagieren fortlaufend. Sobald sich ein Aspekt verändert, tun es auch die anderen.
Wir können uns das wie ein Dreieck vorstellen in dessen Mitte unser Wohlbefinden und unsere Emotionen sind. Solange Körper, Geist und Atem im Gleichklang schwingen fühlen wir uns wohl und sind innerlich entspannt. Wenn wir jedoch zum Beispiel im Geist gestresst sind, verspannen sich die Muskeln, die Organe laufen nicht mehr rund, der Atem ist nicht mehr tief, ruhig und gleichmäßig und wir fühlen uns auch nicht mehr wohl. Dasselbe passiert, wenn wir uns körperlich übernehmen, intensive leidvolle Emotionen empfinden oder falsch Atmen. Wird also Druck auf eine der Ecken oder die Mitte des Dreiecks ausgeübt steht das gesamte Gebilde unter Spannung und wir fühlen uns, soweit wir nichts dagegen unternehmen, in absehbarer Zeit nicht mehr wohl. Das bedeutet aber auch, dass wir durch die Wahrnehmung eines einzelnen Aspektes des Dreiecks, egal ob es nun der Körper, die Gedanken oder der Atem ist, jederzeit unseren momentanen Zustand erkennen können. Das klingt sehr einfach und ist es auch, aber oft vergessen wir das und merken es erst, wenn wir uns schon eine Weile verloren haben. Wenn wir jedoch regelmäßig und mit einem Lächeln der Leichtigkeit in uns hinein spüren merken wir viel schneller, wenn wir Gefahr laufen uns zu verlieren und können dementsprechend eingreifen, um dies zu verhindern oder durch einfache, kleine Übungen der Wahrnehmung und Achtsamkeit wieder zurück in die innere Ruhe und Gelassenheit kommen. Denn eine Handlung wirkt sich im negativen wie im positiven auch auf die anderen Ebenen auf. Das heißt demnach eben auch, dass ich ebenso die Möglichkeit habe über die Bewegung und Ausrichtung meines Körpers, die Art der Gedanken in meinem Geist oder über den bewussten Fluss meines Atems einen Entspannungsimpuls setzen und so direkt meine Wahrnehmung, mein Wohlbefinden und meine Gefühle beeinflussen kann. In der Entspannung wird der Geist wieder klar und wir kehren automatisch zu uns selbst zurück. In einem aufgewühlten See können wir nichts erkennen, aber wenn der See ruhig wird, können wir den Grund sehen und die Sonne kann sich in im spiegeln. So ist die Schwingung des entspannten Gehirns die Basis, für Klarheit, Kreativität, Regeneration, Heilung, Lebensfreude und Glücksempfinden. Diese dafür nötigen Impulse können, da alle Aspekte miteinander verbunden sind, sich auch lediglich auf eine Ebene beziehen. Auf der körperlichen Ebene können das leichte Dehnübungen für den Schulter-Nacken-Bereich sein, ein Strecken oder Räkeln, eine Aufrichtung der Wirbelsäule und des Rumpfes, leichte Dehnübungen allgemein oder auch ein paar Grimassen zur Entspannung des Gesichtes. Denn schlechte Laune und eine verspannte Gesichtsmuskulatur bzw. ein „verhärtetes“ Gesicht gehen direkt miteinander einher. Auf der geistigen Ebene kann es eine Vorstellung von etwas Schönem oder eine Erinnerung an etwas Schönes sein. Beim Atem haben wir die Möglichkeit über eine tiefe Einatmung und eine bewusste vollständige, gegebenenfalls seufzende Ausatmung loszulassen und so einen ersten Entspannungsimpuls zu setzen. Gerade wenn wir im Stress sind vergessen wir oft das ausatmen und „halten“ zu viel in uns. Danach können wir ein paar bewusst Atemzüge ruhig, weich und gleichmäßig durch die Nase hinein und aus ihr wieder hinaus fließen lassen. Da alles miteinander verbunden ist beruhigt uns das genauso wie eine angenehme Körperbewegung oder ein schöner Gedanke. Wenn wir uns in liebevoller Zuneigung auf einer Ebene ein Lächeln schenken wird unser ganzes System lächeln. Es ist wie wenn die Wolkendecke aufreißt, es heller wird und uns ein wärmender Sonnenstrahl trifft: Wir fühlen uns sofort besser.