Loslassen II
Meist wird davon gesprochen, unsere Wünsche und Ängste, das Haben-wollen oder Nicht-haben-wollen loszulassen. Ein Wunsch oder eine Angst ist aber zunächst einmal nichts Schlimmes. So sind unsere Wünsche uns auch Ansporn und können unserem Handeln eine Richtung geben, bzw. können uns unsere Ängste auch schützen. Daher ist mit Loslassen zum einen gemeint, dass wir uns von den Wünschen und Ängsten trennen, die uns in unserer Entwicklung nicht mehr hilfreich sind und uns vielleicht sogar behindern. Zum anderen geht es bei den sogenannten „hilfreichen“ Wünschen und Ängsten, denen die uns bei unserer Entwicklung unterstützen, darum die Abhängigkeit von der Erfüllung des Wunsches, bzw. vom Verhindern dessen was mir Angst macht los zu lassen. Es geht darum zu erkennen, dass ich mir dieses oder jenes wünschen kann und es vermutlich schön wäre, wenn es eintreten würde, aber dass ich und mein Glück von dieser Erfüllung unabhängig sind. Das bringt uns zu einem tieferen Aspekt des Loslassens. Denn letztlich bedeutet Loslassen, zu erkennen, dass ich zwar einiges für ein gewünschtes Ergebnis tun kann und es auch wichtig ist dies zu tun, aber dass letztlich das Ergebnis nicht in meiner Hand liegt. Ich habe keine Kontrolle über das, was geschehen wird. Ich kann auf meine Ernährung achten, mich bewegen und an die frische Luft gehen, aber ob ich krank werde oder nicht, liegt nicht wirklich in meiner Hand. Erst wenn ich dieses erkenne und umsetzen kann, lasse ich wirklich los. Dann bin ich frei von der Abhängigkeit, dass dieses oder jenes geschehen muss, dann kann ich mich und mein Leben genießen wie es ist.