Die Art des Praktizierens (auf der Matte und im Leben)
Eine Praxis sollte zunächst einmal beständig sein. Im Yoga gibt es dafür den Begriff Abhyasa. Es ist nicht anders, als wenn wir ein Instrument lernen oder eine Pflanze pflegen. Beides braucht kontinuierliche Zuwendung. Gleichzeitig sollte die Praxis jedoch auch innerlich entspannt, liebevoll und in maßen sein. Wir wollen uns ja nicht fertig machen, sondern etwas entstehen und gedeihen lassen.
Auf der Matte, dem Kissen, aber auch im „Leben dort draußen“ gibt es dabei die innere und die äußere Haltung; die physische und die mentale. Beide sollten fest, kraftvoll und stabil sein, aber auch gleichzeitig entspannt, angenehm und freudvoll. Der Körper ist kraftvoll und doch entspannt. Der Geist fokussiert und nach innen gerichtet., aber auch gelassen, ruhig und klar. Der Atem fließt weich und gleichmäßig.
In den Yoga Sutras des Patanjali wird dies in Kapitel 2 Vers 46 mit „Sthira sukham asanam – Die ideale Haltung ist stabil und leicht zugleich“ beschrieben.
Wir spüren also regelmäßig auf eine liebevolle Art in uns hinein und schauen, ob wir sthira (kraftvol, fest, stabil) und sukha (angenehm, leicht, genussvoll) sind.
Wir praktizieren und leben so basierend auf unserer inneren Grundhaltung mit/in Achtsamkeit. Unsere Kontrollinstanz dabei sind der Körper, der Atem und der Geist, sowie in gewisser Weise auch unsere Emotionen. Denn wir fühlen uns meist nur wohl, wenn Körper, Geist und Atem im Einklang sind.
Die ideale Haltung ist stabil und leicht zugleich
Patanjali
Unser Körper ist ein kostbares Geschenk, wir sollten ihn sorgsam pflegen. Denn er ist der Ort unseres Erwachens und unserer Erleuchtung.
Jataka